»Eidos« Stefan Ringeling

Malerei: Land, See, Ding, Raum

21. September bis Sonntag, 02.11. 2025

Eröffnung: 21. September

Mit „Eidos“ zeigt Stefan Ringeling eine Auswahl neuer und älterer Ölgemälde, die sich der gegenständlichen Malerei verpflichtet fühlen und zugleich in der Schwebe zwischen Realität und Wahrnehmung stehen. Landschaften, Seestücke, Stillleben, Interieurs – es sind unscheinbare Motive: ein Tisch, ein Fenster, ein Stück Land, ein Wasserrand.

Gerade in dieser Reduktion entfaltet sich ihre Kraft. Ringeling interessiert sich nicht für die Inszenierung spektakulärer Augenblicke, sondern für das stille Fortbestehen der Dinge. Seine Bilder eröffnen Räume, in denen ein Stück Seife ebenso Gewicht erhält wie eine Horizontlinie.

Die Kompositionen wirken klar gefasst, sind aber stets durchzogen von einer feinen Unruhe. Licht und Farbe dienen weniger der naturalistischen Abbildung als dem Erzeugen einer Atmosphäre, die zwischen Präsenz und Erinnerung oszilliert.

„Eidos“ – der platonische Begriff für Gestalt und Wesen – verweist hier auf die Haltung des Künstlers: den Dingen in ihrer einfachen Anwesenheit zu begegnen, ohne sie zu vereinnahmen. Die Bilder laden dazu ein, länger zu sehen, als es der Blick zunächst verlangt, und sich auf eine stille, aber nachhaltige Erfahrung einzulassen.

 

STILL. LEBT. ES.
Wirklich.
Vielleicht.
Ganz. Sicher. Nicht. Nichts.

Ein Bild ist ein Ding ist ein Raum ist ein Apfel ist ein Meer
ist ein Zimmer ist ein Gedanke mit Wellen.

Der Tisch schweigt.
Die Wand hört zu.
Das Licht sagt: „Ich war schon da.“

Etwas steht herum,
als hätte es Zeit.
Ein Fenster weiß nicht,
ob es offen ist oder Bild.

Gemalt wird:
mit Öl,
mit Zeit,
mit dem, was noch übrig ist.

Mit dem, was bleibt,
wenn niemand hinschaut.
Nicht laut. Aber da.
SEHR. DA.



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